1886.
Der Apotheker John S. Pemberton erfindet das Rezept der legendären Coca-Cola. Im New Yorker
Hafen wird die Freiheitsstatue errichtet und in Deutschland werden die ersten Benzinautos
von Gottfried Daimler und Carl Benz vorgestellt.
Ungeachtet dessen, und sicher etwas weniger spektakulär, richtet zur gleichen Zeit in
Chemnitz ein gewisser Jakob Roller eine kleine Goldschmiedewerkstatt in der Nähe des
Kaufhauses Tietz ein.
Seitdem ist der Name Roller schon seit mehr als vier Generationen Synonym der Chemnitzer
für goldene Schmuckträume und glänzende Augen.
Jakob Roller wurde in Baden geboren, genauer in Pforzheim, Stadt des Goldes und deutsches
Mekka für Schmuck. Zumindest damals. Mit 25 Jahren ging er auf Wanderschaft und blieb
schließlich in Chemnitz hängen. |
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| Jakob Roller |
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| Der Werkstatt folgte ein Geschäft in der Friedrichstraße, zwischen dem
Theater und dem christlichen Hospiz. Um 1910 kam ein weiteres Geschäft hinzu: Königstraße 7,
beim Roten Turm. Die 1a-Lage der damaligen City. In den Verkaufsräumen standen nun nicht
nur der Gründer Jakob, sondern auch seine beiden Söhne Willi - er war gelernter Uhrmacher
- und der wendige Charmeur Emil, der sowohl die Goldschmiede-, als auch die Uhrmacherausbildung
hinter sich hatte. |
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| Chemnitz entwickelte sich zwar so dynamisch, wie wir es unserer
Stadt heute wieder wünschen. Doch die ersten Kriegswolken ballten sich zusammen.
Das Geschäft konnte noch über die schwierige Kriegszeit gerettet werden, wurde aber
aus dem Stammgeschäft in der Friedrichstraße ausgemietet. Aber bereits 1922 konnten
die beiden Roller-Brüder das Haus Königstraße 7 kaufen und es zu einem der schönsten
Geschäfte in der wieder brodelnden Innenstadt ausbauen. Im Hinterhof fanden die
Werkstatt und die Tanzschule Langelütje Platz. |
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| Königstraße 7 |
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| Werbung aus dem Jahr 1922 |
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| Ein Jahr später wurde Margot Roller geboren. Auch sie hat ihre Liebe
zum väterlichen Geschäft entdeckt. Doch die Zeiten der Weltwirtschaftskrise waren
schwierig. Das Sortiment mußte erweitert werden. So fand man im Roller´schen Geschäft
der 30er Jahre neben Schmuck auch Bronzen fürs Vertiko, Elfenbein-Figuren für die
Anrichte, Silberleuchter und dazu passendes Besteck für die festliche Tafel,
Schreibzeuge aus Onyx oder die beliebten Kolibri-Spieldosen. Und neben Uhren aus
Glashütte lagen Plaketten und Perlketten. |
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| Beim Luftangriff auf Chemnitz am 14. Februar 1945 kam der Firmeninhaber
Emil Roller ums Leben. Mutter Gertrud und die Kinder standen allein. Und es kam noch
schlimmer, als beim zweiten Angriff das Haus in der Königstraße wie die gesamte Innenstadt
in Schutt und Asche fiel. |
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| Der Neubeginn der Firma Roller nach dem Krieg: Die Wohnung auf dem
Kaßberg. Ein selbstgemaltes Schild mit der kalligraphischen Aufschrift
"Kunstgewerbe" warb für die Geschäftsräume in der dritten Etage. |
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| Wenig später hatte Margot Roller den Kaufmann Werner Rümmler kennengelernt,
der zunächst Prokurist, dann Ehemann und schließlich Seele des Geschäftes wurde. Dieses
hatte inzwischen seinen Standort am Schillerplatz gefunden. Die Geschäftsneugründung war
ein gewagter Schritt. Der Anteil des privaten Handels wurde schon in den 50er Jahren stark
dezimiert. |
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| Königstraße 7 |
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| Briefbogen in den 80er Jahren |
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| So ist ab 1960 die Roller´sche Geschäftsadresse die Baracke des
Bahnhofskioskes, statt des Schillerplatzes. Welch ein Unterschied zum Geschäft
in der Königstraße in den 20ern. |
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| Jetzt ging es darum, Ware zu bekommen und einigermaßen gleichzuziehen
mit der staatlichen Konkurrenz. 1969 trat Tochter Andrea, die heutige Inhaberin, ins
Geschäft ein. Auch sie lernte Goldschmiedin und schloß die Ausbildung zur
Handelskauffrau ab. |
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| Mit der politischen Wende 1990 begannen auch für Juwelier Roller eine Zeit
ständiger Veränderungen: Der Bahnhofskiosk wurde für einen Neubau weggerissen. Juwelier Roller
bezog dafür die provisorischen Räume am Wilhelm-Külz-Platz. |
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| Wenig später, bereits am 24. November 1990 konnten Andrea und Bernd Kippig
ein neues Geschäft im Hotel Chemnitzer Hof eröffnen und damit an den Glanz der historischen
Firmengeschichte anknüpfen. Im Dezember 1991 erfolgte dann die Wiedereröffnung des Standortes
an der Bahnhofstraße im neuen Gebäude. |
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| Die Entwicklung in der Chemnitzer Innenstadt ging weiter voran. Doch
es dauerte noch 10 Jahre bis eine attraktives Zentrum entstanden war: Und so
eröffneten Andrea und Bernd Kippig sowie Sohn Carsten Schmidt-Kippig im April 2000
mit ROLLER IN DER GALERIE das jüngste Geschäft des Unternehmens in der
Galerie Roter Turm genau gegenüber des Rathauses. Mit über 110 Jahren
Firmengeschichte bezog man damit wieder einen Laden im Zentrum der Stadt -
nur wenige Meter Luftlinie vom historischen Standort der Vorkriegszeit
entfernt. |
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| Roller in der Galerie seit April 2000 |
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| Und schon drei Jahre später - im
September 2003 - konnte die Eröffnung von Juwelier Roller | Atelier in der Inneren
Klosterstraße gefeiert werden. Mit eigner Goldschmiedewerkstatt und großzügig eingerichteten Verkaufsräumen über zwei Etagen ist somit im Herzen von Chemnitz auch das Roller'sche Stammgeschäft wieder eingezogen. Jetzt sind die beiden Geschäfte von Juwelier Roller direkt am Chemnitzer Markt - ein klares Bekenntnis für Chemnitz und die weitere Entwicklung der Innenstadt. |
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| Inzwischen ist Juwelier Roller einer
der größten Anbieter von Uhren aus Glashütte, überzeugt mit einem umfassenden Angebot an Schreibgeräten von Montblanc und hat zudem die größte und kompetenteste Auswahl an Trauringen in der Region. Einen Großteil unseres Sortiments können Sie auch online unter www.juwelier-roller.de ansehen oder Sie senden uns Ihre Wünsche einfach per Mail. Und sollten Sie etwas ganz Individuelles suchen, so können wir Ihnen in unserem Atelier auch Ihre persönlichen Schmuckwünsche umsetzen. |
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| Juwelier Roller | Atelier seit September 2003 |
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